Stellenanzeigen für die Kundenakquise in der Schweiz nutzen

Stellenanzeigen bieten Personalvermittlern einen konkreten Ansatzpunkt für die Kundenakquise. Klären Sie zuerst, welches Unternehmen tatsächlich einstellt und ob die Stelle zu Ihrem Fachgebiet gehört. Prüfen Sie anschliessend, ob Bewerbungen noch möglich sind. Ein Inserat belegt keinen Bedarf an externer Personalvermittlung.

Orientieren Sie sich an der Region und dem Fachgebiet, die Sie in Ihrem Prozess für die Kundenakquise in der Personalvermittlung festgelegt haben. Wer kaufmännische Fachkräfte in Zürich vermittelt, braucht eine andere Arbeitgeberliste als ein Temporärbüro für Industriebetriebe im Aargau.

Stellen im eigenen Einsatzgebiet finden

Suchen Sie auf Karriereseiten und Jobportalen nach den Berufsbezeichnungen Ihrer Kandidaten. Für ein zweisprachiges Mandat können «Buchhalter» und «comptable» geeignete Suchbegriffe sein. Prüfen Sie die beschriebenen Aufgaben und die verlangte Berufserfahrung. Ob Ihr Angebot passt, hängt auch vom Arbeitsort, der Vertragsart und der Arbeitssprache ab.

Ein Unternehmen mit Sitz in Zürich kann Personal für Lausanne suchen. Ordnen Sie den Kontakt dem Team zu, das den Arbeitsort betreut, und erfassen Sie die rechtliche Einheit separat. Prüfen Sie bei Remote-Stellen das angegebene Beschäftigungsland. Ein Schweizer Firmenname allein sagt noch nichts darüber aus, in welchem Land die Stelle zu besetzen ist.

Inserent und Arbeitgeber getrennt erfassen

Öffnen Sie das ursprüngliche Inserat und prüfen Sie, wer die Stelle besetzen möchte und bei wem die Bewerbung eingeht. Eine Personalvermittlung kann für einen namentlich bekannten oder anonymen Kunden ausschreiben. Ein externes Bewerbungsportal kann zum Arbeitgeber gehören: Folgen Sie dem Link von dessen eigener Karriereseite, um die Verbindung zu bestätigen.

Vergleichen Sie den rechtlichen Firmennamen im Impressum mit Zefix. Das Bundesamt für Justiz beschreibt den zentralen Firmenindex und den Zugang zu Handelsregisterdaten. Speichern Sie die UID, sobald Sie das Unternehmen eindeutig zugeordnet haben. Prüfen Sie bei einem Markennamen, ob die Tochtergesellschaft oder die Konzernmutter die Stelle ausschreibt. Der Handelsregistereintrag klärt die Firmenidentität; die zuständige Person für die Rekrutierung müssen Sie separat ermitteln.

Steht im Inserat nur «unser Kunde im Raum Lausanne», bleibt der Arbeitgeber ungeklärt. Ein ähnlicher Text und eine passende Branche reichen für eine Zuordnung nicht aus. Auch ein bekannter Arbeitgeber kann bereits mit einem exklusiven Vermittler arbeiten. Beachten Sie ausdrückliche Hinweise für Personalvermittlungen im Inserat.

Publikationsdatum und eigene Prüfung unterscheiden

Erfassen Sie das ursprüngliche Publikationsdatum, soweit verfügbar. Halten Sie auch fest, wann Sie das Inserat erstmals gefunden und wann Sie zuletzt geprüft haben, ob Bewerbungen noch möglich sind. Das Ablaufdatum bekommt ein eigenes Feld. Die Dokumentation von Google zu Stellenanzeigen unterscheidet das ursprüngliche Publikationsdatum (datePosted) vom Ablaufdatum (validThrough). Diese Angaben stammen vom Herausgeber. Vergleichen Sie sie mit der sichtbaren Seite.

Ein aktuelles Datum auf einem Jobportal kann zu einer erneut veröffentlichten Stelle gehören. Rufen Sie vor der Kontaktaufnahme das Inserat auf der Website des Arbeitgebers auf. Archivieren Sie geschlossene oder entfernte Inserate. Ist die Seite nicht erreichbar, markieren Sie den Status als ungeprüft. Ist ein Inserat lange online, kann das auf laufenden Personalbedarf oder eine veraltete Seite hindeuten. Daraus lässt sich kein gescheiterter Rekrutierungsprozess ableiten.

Mehrere Inserate derselben Stelle zusammenführen

Vergleichen Sie zunächst Arbeitgeber und Stellenreferenz. Fehlt die Referenz, prüfen Sie Arbeitsort, Aufgaben und Vertragsart. Fassen Sie Kopien von verschiedenen Portalen in einem Stelleneintrag zusammen und markieren Sie unklare Zuordnungen zur Prüfung. Unterschiedliche Referenzen können für verschiedene offene Stellen mit demselben Titel stehen.

Hypothetisches Schweizer BeispielEntscheid
Ein Aargauer Hersteller sucht einen «CNC-Mechaniker», Referenz A17, auf seiner Website und zwei Jobportalen.Ein Stelleneintrag mit drei Quellen. Schichtanforderungen mit den verfügbaren Kandidaten abgleichen.
Ein Vermittler in Lausanne sucht einen Finanzbuchhalter für einen anonymen Kunden.Arbeitgeber ungeklärt. Noch kein Eintrag in die Liste bestätigter Arbeitgeber.
Ein Genfer Arbeitgeber veröffentlicht eine Controller-Stelle auf Französisch und Englisch, jeweils mit Referenz F42.Ein Stelleneintrag. Die verlangten Sprachkenntnisse aus der Stellenbeschreibung erfassen.
Ein Basler Inserat steht noch auf dem Jobportal, ist auf der Karriereseite jedoch geschlossen.Als früheres Inserat ablegen. Vor der Kontaktaufnahme prüfen, ob aktuell Personal gesucht wird.

Eine nachvollziehbare Arbeitgeberliste führen

Erfassen Sie pro Arbeitgeber den bestätigten Firmennamen und, soweit bekannt, die UID sowie Arbeitsort, Links zu passenden Stellen, den Inserenten und die relevanten Datumsangaben. Notieren Sie kurz, warum der Arbeitgeber zu Ihrer Spezialisierung passt. Erfassen Sie Hinweise für Vermittler und den nächsten Schritt in eigenen Feldern. Eine brauchbare Notiz lautet: «Deutschsprachige CNC-Stelle in Baden; Festanstellung; passt zu unserer Spezialisierung auf die Fertigung; Schichtverfügbarkeit noch prüfen».

Prüfen Sie zuerst eine kleine Auswahl vollständig. Öffnen Sie jede aufgenommene Quelle und kontrollieren Sie die Zuordnung zum Arbeitgeber. Vergleichen Sie Inserate, die vermutlich dieselbe Stelle betreffen. Halten Sie fest, bei welchen Arbeitgebern Sie genügend Informationen für ein fachlich passendes Gespräch haben und wo Sie noch recherchieren müssen. Die Anzahl der Inserate allein sagt wenig über die Qualität der Liste aus.

Übernehmen Sie geprüfte Stellen in die wöchentliche Beobachtung Ihrer Zielarbeitgeber. Bei ausländischen Unternehmen mit neuem Schweizer Standort kann eine passende Stelle vor Ort ein Anlass sein, genauer zu recherchieren. Nutzen Sie andere Schweizer Firmensignale als Kontext und prüfen Sie ihren Bezug zum Personalbedarf.

Die offene Stelle als Gesprächsanlass verwenden

Ist der Arbeitgeber bestätigt und die passende Stelle offen, prüfen Sie noch die Hinweise für Agenturen. Formulieren Sie dann eine kurze Anfrage an einen geeigneten geschäftlichen Kontakt. Nennen Sie die Stelle und erläutern Sie, auf welche passenden Fachkräfte Sie spezialisiert sind. Klären Sie, wie das Unternehmen externe Unterstützung einsetzt, bevor Sie Dossiers einreichen. Erfassen Sie die Antwort, damit Kollegen denselben Kontakt nicht erneut ansprechen.

Häufige Fragen

Wie finden Personalvermittler potenzielle Kunden über Stellenanzeigen?
Beginnen Sie mit offenen Stellen in Ihrer Region und Ihrem Fachgebiet und prüfen Sie den Arbeitgeber hinter jedem Inserat. Führen Sie pro Arbeitgeber einen Eintrag mit Links zu den passenden Stellen und einem Prüfdatum. Ob externe Unterstützung erwünscht ist, muss das Unternehmen selbst bestätigen.
Ist bei einem Inserat einer Personalvermittlung der Arbeitgeber bekannt?
Ein Vermittler kann seinen Kunden nennen oder dessen Namen offenlassen. Erfassen Sie den Inserenten getrennt vom Arbeitgeber und lassen Sie die Zuordnung offen, wenn eindeutige Belege fehlen. Ähnliche Formulierungen und derselbe Ort reichen für eine Zuordnung nicht aus. Die Schweizer Firmeninformationen in Prospex helfen Ihnen, bereits bekannte Angaben zum Arbeitgeber zu prüfen.
Welches Datum zeigt, wie aktuell eine Stellenanzeige ist?
Erfassen Sie das ursprüngliche Publikationsdatum, soweit vorhanden, sowie das Datum Ihrer ersten Sichtung und der letzten Prüfung. Ein erneut veröffentlichtes Inserat kann eine ältere Stelle betreffen. Prüfen Sie die Karriereseite des Arbeitgebers unmittelbar vor der Kontaktaufnahme.
Bedeuten mehrere Inserate auch mehrere offene Stellen?
Mehrere Inserate können dieselbe Stelle betreffen, etwa Übersetzungen oder Kopien auf verschiedenen Jobportalen. Vergleichen Sie Arbeitgeber, Stellenreferenz, Arbeitsort und Aufgaben. Behalten Sie unterschiedliche Referenzen getrennt, solange der Arbeitgeber nicht bestätigt, dass sie dieselbe Stelle betreffen.
Braucht ein Unternehmen mit offenen Stellen eine Personalvermittlung?
Ein Stelleninserat zeigt, dass ein Unternehmen Personal sucht. Ob es Budget für eine externe Vermittlung hat und Dossiers von Vermittlern annimmt, müssen Sie separat klären. Beachten Sie die Hinweise für Personalvermittlungen im Inserat und fragen Sie beim zuständigen Einkauf oder HR-Team nach dem Vorgehen.

Geschrieben von

Semion Sidorenko

Semion Sidorenko ist Gründer und CEO von Prospex. Von Data Engineering bis zur Machine-Learning-Forschung hat er fünfzehn Jahre damit verbracht, Unternehmen beim Ausbau ihrer Datenplattformen zu helfen. Vor der Gründung von Prospex arbeitete er als Machine-Learning-Ingenieur an der EPFL und als unabhängiger Data Engineering Consultant für Schweizer Unternehmen.

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