Geschlechterzusammensetzung Schweizer Gesellschaftsorgane
Meldungen des Schweizer Handelsregisters identifizieren Mutationen bei den eingetragenen Organen und Zeichnungsberechtigten einer Gesellschaft. Eine Meldung nennt die Person mit ihrer Funktion und Zeichnungsberechtigung. Geschlechtsangaben fehlen.
Von den Schweizer Organmutationseinträgen, die anhand eines Vornamens klassifiziert werden konnten, erhielten 27.0% ein weibliches Label. Die Analyse umfasst 243'261 klassifizierte Personen-Gesellschafts-Jahreseinträge aus Meldungen, die zwischen dem 15. Juli 2025 und dem 27. Juli 2026 veröffentlicht wurden.
Die Rechtsform erzeugt den deutlichsten Unterschied. Der weiblich etikettierte Anteil beträgt 37.9% bei Einzelunternehmen, 27.9% bei GmbH und 23.9% bei AG. Kantonale Unterschiede sind geringer und schwerer zu interpretieren, weil Sprache und Publikationsformat die Messung beeinflussen.
Diese Zahlen beziehen sich ausschliesslich auf Personen, die in veröffentlichten Organmutationen vorkommen. Die Gesamtheit der amtierenden Organe in der Schweiz ist breiter. Das Geschlecht wird aus Vornamen abgeleitet. Das Ergebnis ist eine aggregierte Schätzung. Für die Klassifikation einer Einzelperson ist das Verfahren ungeeignet.
Wo die Unterschiede am grössten sind
Nach Rechtsform
Die Rechtsform trennt die Gruppen deutlicher als der Kanton. Weiblich etikettierte Einträge machen 37.9% der Einzelunternehmen-Gruppe aus, 27.9% der GmbH und 23.9% der AG. Die Konfidenzintervalle der drei Schätzungen sind voneinander getrennt.
Die Gesellschaftsstruktur kann den Abstand teilweise erklären. Einzelunternehmen-Einträge sind eng an eine einzelne Inhaberin oder einen einzelnen Inhaber gebunden, während AG-Einträge Verwaltungsrats- und Geschäftsleitungsernennungen umfassen. Dieser Datensatz zeigt den Unterschied. Die zugrunde liegenden Ernennungspraktiken liegen ausserhalb der Analyse.
Nach Art der Mutation
Eintritte haben einen weiblich etikettierten Anteil von 29.9%, verglichen mit 25.5% bei Austritten. Dieses Muster ist vereinbar mit einem steigenden Frauenanteil unter den amtierenden Organen. Eine Bestandsveränderung lässt sich erst mit mehreren Zeitfenstern beurteilen.
Funktionswechsel haben den tiefsten weiblich etikettierten Anteil im Datensatz, bei 19.1%. Diese Ereignisse betreffen Personen, die eingetragen bleiben, aber die Funktion wechseln, oft rund um Präsidiums- oder Delegiertenrollen. Die Gründe für den Unterschied zu den Eintritten bleiben offen.
Nach Kanton
Die kantonalen Schätzungen reichen von rund 23% bis 32%. Viele Konfidenzintervalle überlappen sich. Kleine Unterschiede im Rang bleiben deshalb statistisch unsicher.
Tabellenansicht
| Kanton | Einheiten | Klassifiziert | Weiblich | Anteil | 95%-Intervall |
|---|---|---|---|---|---|
| UR | 853 | 832 | 264 | 31.7% | 28.7–35.0% |
| TI | 11'809 | 11'412 | 3'594 | 31.5% | 30.6–32.4% |
| BS | 11'186 | 10'580 | 3'237 | 30.6% | 29.7–31.5% |
| GL | 1'016 | 983 | 293 | 29.8% | 27.0–32.7% |
| GR | 5'743 | 5'504 | 1'611 | 29.3% | 28.1–30.5% |
| ZH | 57'535 | 54'481 | 15'823 | 29.0% | 28.7–29.4% |
| AG | 13'072 | 12'513 | 3'618 | 28.9% | 28.1–29.7% |
| BE | 23'947 | 23'032 | 6'556 | 28.5% | 27.9–29.1% |
| AR | 1'557 | 1'487 | 418 | 28.1% | 25.9–30.4% |
| SH | 2'072 | 2'004 | 548 | 27.3% | 25.4–29.3% |
| JU | 1'552 | 1'475 | 402 | 27.3% | 25.0–29.6% |
| SO | 5'306 | 5'106 | 1'374 | 26.9% | 25.7–28.1% |
| LU | 11'183 | 10'773 | 2'854 | 26.5% | 25.7–27.3% |
| SG | 12'881 | 12'417 | 3'270 | 26.3% | 25.6–27.1% |
| TG | 6'021 | 5'822 | 1'531 | 26.3% | 25.2–27.4% |
| BL | 6'294 | 6'028 | 1'549 | 25.7% | 24.6–26.8% |
| OW | 1'272 | 1'239 | 314 | 25.3% | 23.0–27.8% |
| GE | 19'034 | 16'482 | 4'165 | 25.3% | 24.6–25.9% |
| NW | 1'616 | 1'577 | 397 | 25.2% | 23.1–27.4% |
| VS | 9'157 | 8'795 | 2'182 | 24.8% | 23.9–25.7% |
| NE | 3'422 | 3'088 | 741 | 24.0% | 22.5–25.5% |
| VD | 16'481 | 14'739 | 3'488 | 23.7% | 23.0–24.4% |
| AI | 788 | 769 | 180 | 23.4% | 20.6–26.5% |
| FR | 6'126 | 5'529 | 1'295 | 23.4% | 22.3–24.6% |
| ZG | 18'456 | 17'355 | 3'958 | 22.8% | 22.2–23.4% |
| SZ | 6'785 | 6'492 | 1'477 | 22.8% | 21.7–23.8% |
| Rechtsform | Einheiten | Klassifiziert | Weiblich | Anteil | 95%-Intervall |
|---|---|---|---|---|---|
| Einzelunternehmen | 4'308 | 3'872 | 1'466 | 37.9% | 36.3–39.4% |
| GmbH | 59'921 | 54'966 | 15'340 | 27.9% | 27.5–28.3% |
| AG | 137'904 | 131'474 | 31'407 | 23.9% | 23.7–24.1% |
| Mutation | Einheiten | Klassifiziert | Weiblich | Anteil | 95%-Intervall |
|---|---|---|---|---|---|
| Eingetreten | 93'519 | 87'399 | 26'116 | 29.9% | 29.6–30.2% |
| Bestätigt | 54'709 | 51'773 | 14'251 | 27.5% | 27.1–27.9% |
| Ausgeschieden | 91'613 | 86'661 | 22'073 | 25.5% | 25.2–25.8% |
| Funktion geändert | 18'195 | 17'428 | 3'333 | 19.1% | 18.5–19.7% |
Die Position des Tessins ist weitgehend ein Klassifikationsartefakt. Mehrere verbreitete italienische Männernamen erhalten ein weibliches Label, wenn der Sprachkontext ignoriert wird. Führt man die Abfrage mit der italienischen Einstellung des Lexikons durch, sinkt das Tessin von 31.5% auf 24.4%.
Die Zahlen für Genf, Waadt, Neuenburg und Freiburg tragen eine andere Einschränkung. Das Format ihrer Meldungen erfordert einen anderen Extraktionspfad, der Organmutationen aus einem geringeren Anteil aller Publikationen gewonnen hat. Die Rohzahlen sind daher weniger vergleichbar mit denen der Kantone, die einen etikettierten Block verwenden.
Nach Berücksichtigung dieser Messprobleme ist die kantonale Spannweite bescheiden und viele Schätzungen überlappen sich. Die Grafik stützt breite Vergleiche. Für ein präzises Ranking benachbarter Kantone ist die Messgenauigkeit zu gering.
Wie wir gerechnet haben
Das Ausgangsmaterial sind 126'409 Organmutationsmeldungen, die zwischen dem 15. Juli 2025 und dem 27. Juli 2026 im Schweizerischen Handelsamtsblatt veröffentlicht wurden. Wir haben die Meldungen in Ereignisse überführt und mit den Unternehmensdaten aus Zefix verknüpft.
Jedes Ereignis erfasst die beteiligten Personen samt ihren Funktionen und ordnet sie der betreffenden Registermutation zu.
Für jedes Kalenderjahr haben wir je einen Eintrag pro Verbindung von Person und Gesellschaft gezählt. Wiederholte Meldungen über dieselbe Person bei derselben Gesellschaft innerhalb desselben Jahres zählen nur einmal. Eine in vier Gesellschaften eingetragene Person trägt vier Einträge bei. Nach Anwendung dieser Regel enthält der Datensatz 258'036 Personen-Gesellschafts-Jahreseinträge.
Wir haben aus dem ersten Vornamen ein Label mithilfe des offenen Lexikons
gender-guesser zugewiesen. Der Parser trennt zunächst Nachnamen
von Vornamen. Titel werden entfernt. Das Lexikon liess 14'775 Einträge
unklassifiziert, weil der Vorname fehlte oder mehrdeutig war. Das sind 5.7%
des Datensatzes. Alle Anteile auf dieser Seite verwenden die verbleibenden
243'261 klassifizierten Einträge, mit einem Konfidenzintervall von 95%.
Das Lexikon hat 27.0% der klassifizierten Personen-Gesellschafts-Jahreseinträge mit einem weiblichen Label versehen. Das 95%-Konfidenzintervall reicht von 26.9% bis 27.2%. Insgesamt erhielten 65'773 Einträge ein weibliches und 177'488 ein männliches Label. Aggregiert ergibt das eine Schätzung des mit Frauen assoziierten Anteils an den hier erfassten Organmutationen.
Für einen Trendnachweis ist dieses Fenster zu kurz. Der weiblich etikettierte Anteil lag bei 26.8% im erfassten Teil von 2025 und bei 27.2% im erfassten Teil von 2026. Dieser Unterschied kann Saisonalität oder eine Verschiebung im Mix der publizierten Ereignisse widerspiegeln. Um eine Richtung zu beurteilen, wären mehrere vollständige Jahre nötig.
Wie die Schätzung zu lesen ist
Das ist ein Fluss publizierter Mutationen
Der Datensatz erfasst langdienende Organe nur bei Gesellschaften, die im Fenster eine Mutation publizieren. Eine Person kann auch je einen Eintrag pro Gesellschaft beitragen, in der sie eingetragen ist: das Ergebnis gewichtet Personen mit mehreren Mandaten stärker. Eine gesellschaftsübergreifende Deduplizierung würde riskieren, verschiedene Namensgleiche zusammenzuführen. Jeder geschlechtsbezogene Unterschied in der Zahl der gehaltenen Mandate würde die Schätzung beeinflussen.
Das Register erfasst, wer die Gesellschaft rechtlich verpflichten kann, was sich stark mit Führung überschneidet. Ein CFO mit Zeichnungsberechtigung erscheint beispielsweise im Register. Bei einer Produktverantwortlichen entscheidet dieselbe Zeichnungsberechtigung über die Aufnahme. Beschrieben wird hier die Population der Personen mit eingetragener Zeichnungsberechtigung, die in einer publizierten Mutation vorkommen. Nutzen Sie die Daten ausschliesslich zum Verständnis dieser Rechtsgruppe. Für Aussagen über die Schweizer Unternehmensführung insgesamt ist die Population zu eng.
Vornamen sind ein unvollkommener Näherungswert
Geschlechtsangaben fehlen im Register. Diese Analyse weist deshalb ein Label anhand des ersten Vornamens zu. Das funktioniert zuverlässig für viele Vornamen und schlecht für seltene oder über Sprachgrenzen hinweg unterschiedlich verwendete Vornamen. Die Fehlerrate bleibt in diesem Datensatz unbekannt. Die aggregierte Schätzung kann sich verschieben, wenn sich die Fehler in eine Richtung häufen.
Das Tessiner Ergebnis zeigt das Risiko. Mehrere verbreitete italienische Männernamen erhalten ein weibliches Label, wenn der Sprachkontext ignoriert wird, was die Schätzung des Kantons um sieben Prozentpunkte verschiebt. Dasselbe Problem kann überall auftreten, wo italienische Vornamen häufig sind. Die verfügbaren Einträge liefern ausserhalb des Tessins zu wenig Sprachkontext für eine konsistente Korrektur.
Das Lexikon liess 5.7% der Einträge unklassifiziert. Diese Einträge sind aus jedem Anteil auf dieser Seite ausgeschlossen. Weicht ihre Geschlechterzusammensetzung von jener der klassifizierten Einträge ab, ist die Hauptschätzung verzerrt. Ausmass und Richtung dieser Verzerrung bleiben unbekannt.
Kantonale Vergleiche erfordern besondere Vorsicht
Französischsprachige Meldungen und das Freiburger Format erfordern einen eigenen Extraktor. Er hat Organmutationseinträge aus einem geringeren Anteil aller Meldungen gewonnen als der anderswo eingesetzte Extraktor, wobei kantonale Publikationspraktiken einen Teil dieses Abstands erklären. Die Namenszerlegung liess mehr Einträge unklassifiziert. Die Kantonsanteile dieser Kantone beruhen auf einer Teilmenge mit unklarer Repräsentativität. Behandeln Sie die Westschweizer Zahlen als weniger vollständig und kleine Unterschiede zwischen Kantonen als unsicher.
Verwendet man das zweite Wort als Vornamen, steigt der geschätzte weiblich etikettierte Anteil von 24.3% auf 25.9%. Dieser Sensitivitätstest zeigt, wie stark die Wahl der Analyse das Ergebnis verschieben kann.
Nutzen Sie die Zahlen zur Beschreibung
Das Register zeigt Unterschiede nach Rechtsform oder Ereignistyp. Ihre Ursachen liegen ausserhalb dieser Daten. Für Arbeitskräfte- und Kaderstatistiken auf Basis des gemeldeten Geschlechts veröffentlicht das Bundesamt für Statistik die einschlägigen Reihen. Diese Registeranalyse beantwortet eine engere Frage zu Personen mit eingetragener Zeichnungsberechtigung, die in einer publizierten Mutation vorkamen.
Warum das für den B2B-Vertrieb zählt
Eingetragene Zeichnungsberechtigte sind relevant, wenn ein Verkauf eine rechtliche Genehmigung erfordert, etwa bei Eigentums- oder Beschaffungsfragen. Sie bilden eine engere Gruppe als die operativen Kontakte, die viele Produkte bewerten. Für Teams, die ihre Abdeckung über verschiedene Märkte messen, zeigt diese Analyse, dass die Zusammensetzung der Listen in dieser Stichprobe stärker nach Rechtsform als nach Kanton variiert. Vornamensinferenz gehört ausschliesslich in die aggregierte Analyse.
Wie diese Daten in Prospex erscheinen
Die Unternehmensprofile in Prospex zeigen die im Handelsregister eingetragenen Organe mit Funktionen und Zeichnungsberechtigungen. Wir aktualisieren diese Angaben laufend, wenn neue Registermeldungen veröffentlicht werden.
Prospex zeigt ausschliesslich den Registereintrag. Die Vornamensinferenz wird nur für aggregierte Analysen wie diese eingesetzt.
Einen Beispielmarkt ansehen, dann ein Unternehmensprofil öffnen, um die eingetragenen Organe einzusehen.